68. Internationale Orgeltagung in Wien

26. Juli - 1. August 2020

Sehr geehrte Mitglieder der GdO, liebe Orgelfreundinnen und Orgelfreunde!

Im Jahr 2020 lädt die ehemalige Kaiserstadt Wien zum Kennenlernen ihrer Orgeln. Besonderer Anlass ist die Vorstellung der neuen Domorgel auf der Westempore des Stephansdomes. Rieger Orgelbau setzte in zwei Jahren unter Verwendung von rund 50% alter Register hinter dem Prospekt von J. M. Kauffmann von 1960 den Neubau um. Die moderne Technik erlaubt den Zusammenschluss der neuen „Riesenorgel“ (130 Register) und der großen Chororgel (Rieger, 1991) mit 55 Registern zu einem Klangkonzept, das der komplexen Akustik des gotischen Domes gerecht wird.

In der Zeit vom 26.7. bis 1.8.2020 stehen rund 380 Jahre Orgelentwicklung in Wien im Mittelpunkt: Die älteste Orgel von 1648 in der Franziskanerkirche erklingt nach behutsamer Restaurierung ebenso wie die große Sieber-Or­gel in der Michaelerkirche (1714) und die Barockorgel von Sonnholz (1734) im Vorort Mariabrunn. Das „Schwesterninstrument“ der 1945 abgebrannten alten Domorgel findet sich seit 1878 in der Votivkirche (Walker, III/61), einem der bedeutendsten neugotischen Sakralbauwerke der Welt, das zum bedeu­tenden Ensemble der Wiener Ringstraße am Rande der Wiener Innenstadt gehört, wo nicht nur viele unserer Besichtigungen erfolgen, sondern auch die Hotelangebote liegen.

Seit der letzten GdO-Tagung in Wien (vor 30 Jahren) gab es beeindruckende Orgel-Neubauten. Den weltberühmten Goldenen Saal im Musikverein mit seiner Rieger-Orgel (2011) besuchen wir ebenso, wie die für französische Literatur bestens geeignete Späth-Orgel in der Jesuitenkirche (2004) sowie weitere Neubauten und Restaurierungen der letzten Jahre. Die neue Len­ter-Orgel (2018) in der evangelischen Stadtkirche wird anlässlich der ökume­nischen Eröffnungsfeier zu hören sein. Da an einigen Orten nicht alle Perso­nen aufgrund der Raumgröße gleichzeitig Platz finden, werden am Montag und Dienstag vormittags die Vorführungen mehrfach abwechselnd angebo­ten.

Alternativ werden zwei Tagesausflüge durch den Wienerwald oder das Wald­viertel angeboten. Ein weiterer Höhepunkt ist die große Festorgel im Stift Klosterneuburg nahe Wien (Freundt, 1642), die restauriert und rekonstruiert ein beeindruckendes Hörerlebnis verspricht. Hier findet eines der Abendkon­zerte statt, die in verschiedenen Wiener Kirchen während der Tagung ange­boten werden.

Ein Symposium über die goldene Mitte zwischen Orgelbewegung und Neoromantik (1985 – 2000) rundet das Programm ebenso ab, wie die „offenen Orgelemporen“ zu besuchen oder den Spuren des bahnbrechenden Wiener Interpreten, Pädagogen und Komponisten Anton Heiller zu folgen.

Geschichte und Moderne erwarten Sie in einer lebendigen Großstadt mit einer Vielfalt an Angeboten aus Kultur, Gastronomie und Unterhaltung.

Mit einem herzlichen Gruß
Peter Donhauser und Konstantin Reymaier, Tagungsleiter